Hinter den Methoden

In meiner Arbeit geht es oft um Strategien und psychologisches Handwerkszeug. Mit "Caro denkt nach" möchte ich Raum schaffen für das, was Veränderung und persönliches Wachstum im Kleinen und Großen wirklich ausmacht.

Manchmal frage ich mich selbst, warum ich eigentlich genau diese Arbeit mache. Ich glaube, ein Teil der Antwort liegt darin, dass ich eine gute Kindheit hatte. Dass ich in einem Umfeld aufwachsen durfte, das mir ein tiefes Urvertrauen mitgegeben hat. Etwas, das in mir ein Fundament baute, das getragen hat, als das Leben später für eine Zeitlang sehr viel schwerer wurde. In meinen Anfang Dreißigern sind innerhalb von fünf Jahren meine beiden Eltern an Krebs gestorben. Mein Vater noch während der Schwangerschaft mit meiner Tochter. Mein Mann und ich haben die beiden in dieser Zeit neben unserer Selbstständigkeit selbst begleitet und gepflegt. Diese Jahre haben viel mit mir, mit uns gemacht. Sie haben Spuren hinterlassen – und sie haben mich auf eine Weise reifen lassen, die ich heute in meiner Arbeit spüre.
Vielleicht ist das ein Grund, warum mich manches nicht so schnell erschüttert. Warum ich auch in schweren Themen ruhig bleiben kann.
Genau das ist der Grund, warum ich Mitgefühl von Mitleid unterscheiden kann. Und warum ich Menschen nah sein kann, ohne in ihren persönlichen Herausforderungen oder ihrem Schmerz unterzugehen.

Ich glaube, ich mache diese Arbeit auch deshalb, weil ich dankbar bin. Für das, was ich an innerer Stärke lernen musste und durfte. Für das, was mich getragen hat. Und für meinen Humor und meine Beharrlichkeit, an das Gute und an positive Veränderung zu glauben. Und vielleicht auch dafür, dass ich daraus heute etwas machen kann, das anderen hilft.

Gerade in der Zusammenarbeit mit Führungspersönlichkeiten merke ich: Wahre Klarheit in Verhandlungen oder Krisen entsteht oft erst dann, wenn man gelernt hat, mit den eigenen inneren Stürmen umzugehen.

Meine Impulse während meiner Arbeit entstehen nicht am Schreibtisch oder im Lehrbuch allein. Sie sind gelebt, geprüft und im echten Leben erprobt. Ich wende meine eigenen Gedanken und Werkzeuge auch selbst an – nicht, weil ich perfekt bin, sondern weil ich weiß, dass sie genau dann tragen, wenn es darauf ankommt. Auch ich bin auf dem Weg, lerne dazu und kenne meine eigenen Baustellen. Perfektion ist dabei nicht mein Ziel. Echtheit schon.

Vielleicht tue ich, was ich tue, weil ich weiß: Menschen brauchen nicht nur Methoden. Sie brauchen manchmal jemanden, der standhält, klar bleibt und trotzdem warmherzig ist.
Vielleicht berührt dich dieser Gedanke. Vielleicht erkennst du dich in einem Teil davon wieder.
— Caro

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