
Es gibt Menschen, die stellen sich hin und reden einfach. Und dann gibt es die anderen: Die, die schon Tage vorher unruhig werden. Die nachts wachliegen, weil im Kopf ein innerer Beamer läuft. Nicht der nette Beamer. Eher so: „Du wirst gleich rot. Du wirst dich verhaspeln. Alle merken’s. Und dann ist es vorbei.“
Redeangst ist nicht „ein bisschen aufgeregt“. Für viele ist es ein echter Stresszustand. Man funktioniert irgendwie – aber innerlich ist Alarm. Und irgendwann kommt dieser Punkt, an dem man sich fragt: „Was stimmt eigentlich nicht mit mir?“ Meine Antwort als Coach ist meistens erstmal ganz unspektakulär – aber sie verändert viel: Mit Ihnen stimmt sehr wahrscheinlich mehr, als Sie gerade glauben. Und mit Ihnen ist nicht „kaputt“, was repariert werden muss. Es ist ein Muster, das gelernt wurde. Und alles, was gelernt wurde, kann man auch wieder umlernen.
Die eine Methode? Gibt’s selten. Den passenden Weg? Ja. Ich werde oft gefragt: „Was hilft denn am besten – PEP®, Hypnose, wingwave®, Yager Code, NLP, klassisches Coaching…?“ Und ich verstehe die Frage total. Wenn man leidet, will man eine klare Antwort. Etwas, das man festhalten kann. Einen Hebel. Die Wahrheit ist: Viele dieser Methoden können sehr wirksam sein. Ich arbeite auch mit mehreren davon – und ja, ich beherrsche sie. Aber: Die Methode ist selten der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, ob Sie spüren: „Hier bin ich gut aufgehoben. Das ist machbar. Ich kann mich darauf einlassen.“ Denn egal wie professionell eine Technik ist – wenn Ihr System innerlich sagt: „Ich glaube da nicht dran“, dann wird’s zäh. Nicht unmöglich. Aber zäh. Ein O-Ton, den ich oft höre: „Ich hatte schon so vieles gelesen. Aber erst als ich gemerkt habe: Ich vertraue Ihnen – und ich muss mich hier nicht beweisen – ging überhaupt etwas auf."
Was allen wirksamen Wegen gemeinsam ist: Ob wir mit PEP® arbeiten, mit Hypnose, mit NLP-Techniken, dem Yager Code oder klassisch-systemisch – am Ende gibt es drei Dinge, die fast immer den Unterschied machen:
Sicherheit (nicht „Mut“)
Viele Menschen denken, sie brauchen mehr Mut. In Wirklichkeit brauchen sie oft etwas anderes: mehr innere Sicherheit.
Sicherheit heißt:
Ich weiß, was ich tun kann, wenn’s hochfährt.
Ich weiß, wie ich mich wieder runterreguliere.
Ich weiß: Ich kann die Situation beeinflussen.
O-Ton: „Ich war nicht plötzlich ‚mutig‘. Ich war einfach nicht mehr ausgeliefert.“
Zuversicht: „Das ist veränderbar.“
Und ja: Es ist veränderbar. Redeangst ist nicht Ihre Persönlichkeit. Sie ist eine gelernte Reaktion, die häufig irgendwann mal sinnvoll war (Schutz, Kontrolle, Bloßstellung vermeiden) – aber heute im falschen Kontext anspringt.
O-Ton: „Das war das erste Mal, dass ich dachte: Vielleicht muss ich mich nicht ändern – vielleicht muss ich nur lernen, anders mit mir umzugehen.“
Individualität
Menschen reagieren unterschiedlich. Punkt.
Der eine braucht Körperarbeit, der nächste Klarheit im Kopf, der dritte Ressourcen und emotionale Stabilität, der vierte eine ganz konkrete Auftrittsstrategie. Deshalb: Bei mir ist kein Coaching gleich. Ich arbeite ganzheitlich, weil Redeangst ganzheitlich ist.
Praxisbeispiele: So unterschiedlich kann Redeangst aussehen (und sich lösen)
Beispiel 1: „Ich kann das – aber mein Körper macht nicht mit.“
Er war fachlich brillant. Führungskraft. Präsentationen? Inhaltlich stark, strukturiert, souverän. Und trotzdem: Sobald er vorne stand, passierte etwas, das er nicht verstand. Herzrasen. Druck auf der Brust. Die Stimme wurde eng. Und das Schlimmste: Er hatte das Gefühl, alle sehen es. Er sagte im Erstgespräch: „Ich habe nicht Angst vor dem Reden. Ich habe Angst davor, dass mein Körper mich verrät.“ Das ist ein Satz, den ich so oft höre. Und dahinter steckt meist kein „fehlendes Können“, sondern ein überreiztes Stresssystem. Im Coaching war unser erster Schritt nicht „mehr üben“. Nicht „Sie müssen da durch“. Sondern: Regulation. Dem System beibringen: Du bist nicht in Gefahr. Wir haben mit einer körpernahen Methode gearbeitet (z. B. PEP®-Elemente), um den Stresspegel spürbar zu senken, und parallel eine klare Mini-Strategie für den Moment aufgebaut. Der Wendepunkt kam, als er nach einer Übung kurz schwieg und sagte:
„Das ist gerade das erste Mal seit Jahren, dass ich mich im Gedanken an die Präsentation nicht zusammenziehe.“
Später, nach einer realen Präsentation, schrieb er mir: „Ich war aufgeregt – aber es war okay. Ich hatte das Steuer wieder in der Hand.“ Und genau das ist für mich ein Kernziel: nicht „Angst wegzaubern“, sondern Selbstwirksamkeit zurückgeben.
Beispiel 2: „Mein Kopf macht aus einer Kleinigkeit eine Katastrophe.“
Sie sollte in einer Vorstellungsrunde sprechen. 2 Minuten. Nicht mal eine Präsentation. Aber schon am Morgen ging’s los: Grübeln. Druck. „Was, wenn…?“ Wenn sie Redeangst beschreiben sollte, klang das so: „Ich verliere den Faden.“
„Ich werde rot.“ „Alle denken, ich bin unsicher.“„Ich klinge unprofessionell.“ Und unter all dem lag ein sehr strenger innerer Antreiber: „Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“ Im Coaching haben wir genau da angesetzt: Nicht nur an der Situation – sondern an dem inneren Regelwerk. Wir haben das „Kopfkino“ entlarvt, die Bewertungen sortiert und eine neue innere Haltung aufgebaut, die sich für sie glaubwürdig anfühlte. Kein künstlicher Power-Satz à la „Ich bin voller Vorfreude!!!“
Sondern etwas, das sie wirklich sagen konnte, ohne innerlich die Augen zu rollen. Dann kam der praktische Teil: ein abrufbarer Anker und ein Mini-Ritual für direkt vorher. Nach einigen Wochen sagte sie: „Es ist, als ob mein Kopf noch kommentiert – aber er hat nicht mehr das letzte Wort.“ Und nach einer Teamsitzung: „Ich war kurz nervös – und dann war ich einfach da. Nicht perfekt. Aber echt. Und es hat gereicht.“ Das ist ein Satz, der oft echte Erleichterung auslöst:
Es darf reichen.
Beispiel 3: „Wenn ich vorne stehe, bin ich wieder 14.“
Manchmal ist Redeangst nicht nur „Nervosität“. Manchmal hat sie eine Geschichte. Ein Klient konnte fachlich frei sprechen – aber sobald er bewertet wurde (Vorstand, große Runde, Kundenpitch), schaltete sein System um: Freeze. Leere im Kopf. „Wie abgeschnitten“. Er hat es einmal sehr treffend beschrieben: „Ich stehe da – und innerlich bin ich plötzlich wieder dieser Junge, der keine falsche Antwort sagen durfte.“ Das ist wichtig. Denn dann hilft oft nicht nur eine Technik für „im Moment“. Dann braucht es auch Arbeit an der inneren Erfahrung, die da reaktiviert wird. Wir haben mit Ressourcenarbeit gearbeitet, mit inneren Bildern, mit Hypnose/Imagination – und gleichzeitig Schritt für Schritt reale Situationen vorbereitet. Nicht: „Spring ins kalte Wasser.“ Sondern: dosierte Exposition, so, dass sein System lernen konnte: Heute ist nicht damals. Nach einer Weile sagte er: „Ich merke, dass ich nicht mehr gegen mich kämpfe. Früher war das wie ein Krieg. Jetzt ist es eher… Arbeit. Aber gute.“
Und genau da passiert Veränderung nachhaltig: Wenn jemand aufhört, sich selbst zu bekämpfen. Warum ich so arbeite (und warum das wichtig ist!). Weil Redeangst fast nie nur ein „Auftrittsthema“ ist. Es ist oft eine Mischung aus Stressreaktion & Nervensystem, Gedanken & inneren Regeln, Selbstbild & Wirkung, Kommunikation & Präsenz sowie Erfahrung & Vorbereitung. Und weil ich genau in diesen Bereichen seit vielen Jahren arbeite – Stressmanagement, Psychologie, Kommunikation, Auftrittswirkung – kann ich sehr individuell entscheiden: Was braucht dieser Mensch JETZT – als nächsten machbaren Schritt? Manchmal ist das Beruhigung. Manchmal Klarheit. Manchmal eine emotionale Entkopplung. Manchmal eine neue innere Erlaubnis. Mein Fazit: Viele Wege führen nach Rom – aber Ihrer muss sich richtig anfühlen. Sie müssen nicht „mehr Mut“ haben. Sie müssen sich nicht verbiegen. Und Sie müssen sich auch nicht mit einer Methode identifizieren, die Ihnen nicht liegt. Was Sie brauchen, ist ein Weg, der: zu Ihnen passt, Ihnen Sicherheit gibt, und Ihnen wieder zeigt: Ich kann das beeinflussen.
O-Ton einer Klientin: „Es war nicht Magie. Es war: endlich verstanden werden und erleben, dass es sich wirklich verändern kann.“
Vielleicht erkennen Sie sich in einem der Beispiele wieder: Sie können eigentlich reden – aber Ihr Körper geht auf Alarm. Oder Ihr Kopf macht aus zwei Minuten eine Katastrophe. Oder Sie spüren: Da hängt mehr dran, als nur „Aufregung“.
Dann lohnt es sich, das nicht länger nur „auszuhalten“, sondern gezielt zu verändern. In einem Kennenlerngespräch klären wir, wo Sie stehen, was Sie wirklich brauchen und wie ein individueller Weg aussehen kann, der zu Ihnen passt – fachlich, menschlich und in Ihrem Tempo.

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