Fühlen Sie sich manchmal wie ein Hochstapler? Trotz klarer Erfolge und positiver Rückmeldungen bleibt dieses nagende Gefühl: „Ich war nur
zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Oder: „Bald merken sie, dass ich eigentlich gar nichts kann.“ Viele kennen solche Gedanken.
Schnell fällt dann das Wort Impostor-Syndrom. Doch oft greift dieses Etikett zu kurz. Denn nicht immer liegt die Ursache im Zweifel an der eigenen
Kompetenz. Manchmal steckt etwas ganz anderes dahinter – chronischer Stress, Perfektionismus oder das Nicht-Stopp-Können.
Was genau ist das Impostor-Syndrom?
Es beschreibt das Phänomen, sich trotz objektiver Erfolge als inkompetent zu empfinden. Besonders betroffen sind leistungsfähige,
engagierte Menschen – oft erfolgreicher, als sie selbst wahrnehmen. Die Folge: ein ständiges inneres Misstrauen gegenüber den eigenen Leistungen. Aber: Nicht jede Unsicherheit fällt automatisch
darunter. Und genau hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Wenn Selbstzweifel gar nicht das Problem sind
In meiner Arbeit mit Führungskräften, Selbstständigen und ambitionierten Menschen begegnet mir ein Muster immer wieder: Die Gedanken klingen nach Impostor-Syndrom – das Gefühl dahinter ist aber ein anderes.
Einige Beispiele:
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Chronische Überforderung: Wer über lange Zeit am Limit lebt, verliert nicht selten das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit – nicht aus Inkompetenz, sondern aus Erschöpfung.
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Perfektionismus: Kleine Fehler oder Unklarheiten gelten sofort als Beweis des „Nicht-Genügens“.
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Fehlende Abgrenzung: Wer ständig für andere verfügbar ist, verliert den Blick für die eigenen Prioritäten.
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Vergleichsdenken: Dauervergleiche auf LinkedIn oder im Kollegenkreis schwächen das Gefühl für die eigene Leistung.
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Alte Glaubenssätze: „Ich darf keinen Fehler machen.“ – unbewusste Muster, die Unsicherheit immer wieder nähren.
Der innere Stresskreislauf
Viele dieser Muster führen zu demselben Teufelskreis: Daueranspannung → Konzentrationsprobleme → Unsicherheit → noch mehr Druck → noch weniger Selbstvertrauen. Das System läuft auf Anschlag – und
irgendwann zweifelt man nicht, weil man zu wenig kann, sondern weil man zu viel kompensieren muss.
Was wirklich hilft
Statt endloser Selbstoptimierung lohnt es sich, innezuhalten und neue Fragen zu stellen:
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Bin ich vielleicht erschöpft – nicht inkompetent?
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Wessen Maßstab versuche ich zu erfüllen?
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Was würde mir helfen, wieder klarer zu denken und zu fühlen?
Konkret hilfreich sind:
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Stressmuster erkennen und durchbrechen (z. B. Atemtechniken, Pausen, neue Routinen)
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Eigene Perfektionsansprüche überprüfen
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Grenzen setzen – gegenüber Aufgaben, Erwartungen, Rollen
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Glaubenssätze bewusst hinterfragen und neu bewerten
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Reflexion und Sparring im Coaching oder in einem geschützten Rahmen
Kein Hochstapler, sondern überlastet?
Nicht jeder Selbstzweifel bedeutet Unsicherheit. Manchmal ist er nur das Echo eines Systems, das zu lange zu viel getragen hat.
Wenn Sie sich also das nächste Mal fragen: „Bin ich gut genug?“, stellen Sie vielleicht lieber diese Frage: „Was würde sich ändern, wenn ich nicht härter, sondern fürsorglicher mit mir umgehen würde?“
In meinem Coaching begleite ich Menschen, die nach außen alles im Griff haben – und innerlich dennoch an sich zweifeln. Gemeinsam schauen wir, ob es wirklich um Impostor-Gedanken geht, oder ob ganz andere Themen gesehen und verändert werden wollen.
Wenn Sie das Gefühl haben, tiefer hinschauen zu wollen: Melden Sie sich gern für ein vertrauliches Gespräch.

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